Das Blaufarbenwerk Modum
In dem kleinen Städtchen Modum in der Provinz Buskerud befindet sich seit 1776 ein Blaufarbenwerk. Besondere Bedeutung hat dieses Datum, weil es zuvor keinen einzigen Chemiebetrieb in Skandinavien gegeben hat. Heute ist das Blaufarbenwerk Modum ein modernes Freilichtmuseum, das von vielen Menschen besucht wird.
Damit überhaupt jemand auf die Idee kommen konnte, ein Blaufarbenwerk in Modum zu bauen, musste vorher etwas anderes passieren. Ole Vidtloch, ein einheimischer Schürfer, fand im Jahr 1772 Glanzkobalt. Dieser seltene Stoff wurde alsbald abgebaut und es lag nahe, ihn vor Ort weiter zu verarbeiten. Eine königliche Resolution ermöglichte schließlich den Bau des Blaufarbenwerkes und zudem bekam Modum das Monopol für Smalteblau in Dänemark und Norwegen.
Smalteblau war ein gefragter Farbstoff im 18. Jahrhundert und wurde später durch Kobaltblau ersetzt. Doch trotz der günstigen Ausgangsbedingungen gelang es dem Blaufarbenwerk Modum nicht, eine vernünftige Produktion auf die Beine zu stellen. Schließlich wurde im Jahr 1783 mit Georg Christian Bernstein ein Fachmann aus Deutschland beauftragt, die Produktion zu verbessern.
In der Folge wurden bis zu 3000 Zentner Smalteblau hergestellt und verkauft. Allerdings dauerte die Blüte nicht lange an. Zuerst sank die produzierte Menge und im Jahr 1857 wurde die Herstellung komplett eingestellt. In den 1930er Jahren wurde schließlich das Werk geschlossen und restauriert.
Als Freilichtmuseum ist das Blaufarbenwerk Modum seit 1993 ein Publikumsmagnet. Nicht nur das alte Werk, auch die Kobaltgruben können besucht werden. Das Leben der Arbeiter kann in einer umfangreichen Ausstellung nachempfunden werden. Ein zusätzliches Highlight ist die Kunstgalerie, die viele Künstler aus der Umgebung ausstellt.
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Tags: Blaufarbenwerk Modum, Norwegen











