Nationaltheatret in Oslo
Wer wissen will, wie es um die Kultur in einer Stadt bestellt ist, sollte sich die Theaterlandschaft anschauen. Oslo besitzt mit dem Nationaltheatret ein internationales Aushängeschild, das mit seinen Aufführungen seit vielen Jahrzehnten eine prägende Wirkung für die Theaterszene in ganz Norwegen hat.
Bevor das Nationaltheatret im Jahr 1899 gegründet wurde, war es keineswegs selbstverständlich, dass Theaterstücke in norwegischer Sprache aufgeführt wurden. Der dänische Einfluss, der politisch bis 1814 reichte, hatte auch auf kulturellem Gebiet Auswirkungen. Norwegisch galt als primitive Sprache und das Dänische wurde klar bevorzugt.
Doch im Laufe des 19. Jahrhunderts entwickelte sich das norwegische Nationalbewusstsein. Es entstand ein neuer Patriotismus, der sich nach und nach auch auf die Sprache bezog. Endgültig wurde dieses neue Selbstbewusstsein mit dem Nationaltheatret dokumentiert. Dieser symbolische Akt wurde gefeiert und hatte auch in der Praxis Folgen. Da die Stück in Norwegisch aufgeführt wurden, entstand ein neuer Brauch, der mit der Zeit zur Selbstverständlichkeit wurde.
Zu Beginn war das Nationaltheatret eine private Unternehmung. Doch schon in den 1920er Jahren beteiligte sich der Staat und übernahm im Laufe der Zeit einen großen Teil des Etats. Nach einer wechselvollen Geschichte, deren Tiefpunkt während des Zweiten Weltkrieges stattfand, feierte das Nationaltheatret in den 1960er und 1970er Jahren große Erfolge. Vor allem die Aufführungen det Stücke von Henrik Ibsen und anderen Klassikern setzten Meilensteine.
Im Jahr 1980 gab es einen großen Brand. Erst 1985 konnte das Nationaltheatret wieder eröffnet werden. Heute ist das Theater noch immer sehr erfolgreich und hat mit dem Ibsen-Festival ein neues Highlight ins Leben gerufen.
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